Schlendern durchs Leben

Chemnitzer Empfehlungen von Isabelle Weh und Uwe Dziuballa

Streifzüge beginnen mit dem Wunsch nach der ungeplanten Entdeckung. Und manchmal schlummert dieser Wunsch im Aufbruch, in der Suche nach den kleinen Ungewöhnlichkeiten im Dasein.
Auch Isabelle Weh kam mit einem Wunsch nach Chemnitz - dem Wunsch ein eigenes Theater zu leiten. Durch eine Anzeige, in der das Fritz Theater nach neuen Pächtern suchte, kam sie von München nach Chemnitz. Unter der Leitung von Isabelle Weh, Alicia Weirauch und Hardy Hoosman bietet das Theater unter anderem bekannte Krimi-Klassiker, frech-frische Komödien und ein Kinder-Theater.
Dass Isabelle heute in Chemnitz ist, ist auch Uwe Dziuballas Verdienst. Nach einem ersten Kontakt sind sie heute wie vertraute Bekannte, die sich für ihr Engagement in Chemnitz schätzen und eine gemeinsame Geschichte geschrieben haben. Uwe leitet seit vielen Jahren das jüdische Restaurant „Schalom“.

Hier findet ihr Einblicke in die eigenen Entdeckungen und Empfehlungen von Isabelle und Uwe.

Restaurant Schalom

Natürlich ist das Restaurant „Schalom“, geführt seit zwanzig Jahren von Uwe Dziuballa in der Heinrich-Zille-Straße 15, in guter Nähe zum Brühl, unbedingt eine Empfehlung von Isabell Weh. Nicht nur, weil Uwe Dziuballa ihr nicht abgeraten hat von Chemnitz und sie seither einen gemeinsamen Draht pflegen. Man trifft ihn hier und wenn man Glück hat, auch den einen oder anderen Prominenten nicht nur aus Chemnitz. Gäste aus der ganzen Bundesrepublik kann man bisweilen und in Ruhe reden und genießen sehen. Ein Bummel durch Chemnitz lässt sich also gut bei leckerem jüdisch-koscherem Essen und sehr ausgiebigen Gesprächen beginnen, in einem Ambiente, das dafür erfunden werden müsste, wenn es hier nicht zu finden wäre. Uwe Dziuballa beschreibt die Grundlage Chemnitzer Erfolge so: „Wenn man ein Konzept hat, und Du ehrlich Deine Arbeit machst, Dich nicht beeinflussen lässt durch viele äußere Suggestionen, dann kannst Du innerhalb einer großen Gruppe sehr wohl Erfolg haben, in Chemnitz.“

Staatliches Museum für Archäologie (SMAC)

Das Staatliche Museum für Archäologie ist ein Vorschlag des Schalom-Betreibers und insofern eine spannende Empfehlung, als dass die tiefergehende Erkenntnis jüdischer Kultur nicht nur auf Überlieferungen beruht, sondern eben auch in archäologischer Erforschung der Geschichte. Das kurz SMAC genannte Haus im ehemaligen Kaufhaus Schocken beschäftigt sich mit 300.000 Jahren sächsischer Menschheitsgeschichte. Es präsentiert in der Dauerausstellung und auf 3.000 Quadratmetern die Geschichte der Region Sachsens von der Zeit der ersten Jäger und Sammler vor rund 300.000 Jahren bis zur frühen Industrialisierung. Es gibt mit rund 6.200 Exponaten ebenso Einblick in die Arbeit des Landesamtes für Archäologie Sachsens und macht mit seiner museumspädagogisch sehr modernen Aufmachung Lust auf diese Entdeckungsreise von den Jägern und Sammlern bis zur Industrialisierung in Sachsen. Es lässt sich schon beim Betreten eintauchen in diese Welt, in der sich ganz und gar leicht lernen lässt, wie der Mensch die Kulturlandschaft hierzulande formte und ist auch für Kinder nicht nur an verregneten Nachmittagen durchaus ein Erlebnis. Zumal immer wieder spannende Sonderausstellungen die außergewöhnliche Erlebbarkeit abrunden. „Man kann das SMAC immer empfehlen,“ so Uwe Dziuballa, „nicht nur wegen der beachtlichen Dauerausstellung und den Sonderausstellungen, sondern auch wegen des Einblicks in die Geschichte des ehemaligen Kaufhauses.“

Der Brühl

© Ernesto Uhlmann

Zurück führt der Weg der Empfehlungen auf den Brühl, den beide nahezu schwärmerisch den Besuchern für einen Streifzug ans Entdecker-Herz legen. Hier habe sich in den letzten Jahren so viel getan, seien unterschiedlichste Cafés eingezogen, hat sich eine bunte Vielfalt an Läden angesiedelt. Da ist zum Beispiel das für besten Eierlikör gerühmte Eierlikörz-Geschäft zu finden oder ganz in der Nähe der köstliche Fleischladen. Es ließe sich gerade im Frühling, Sommer oder Herbst durch viele kleine und große Veranstaltungen bummeln, veranstaltet von den Anwohnern, die diesen Boulevard zu dem gemacht haben, als das er einst geplant war: ein vor Ideen und Aktivitäten sprudelnder Lebensraum in der Stadt.

Schlossteich

Fußläufig beim Bummeln nicht nur vom Brühl, sondern auch von den umliegenden Hotels, lässt sich auch  der Schlossteich erreichen, den Uwe Dziuballa als Ziel wärmstens empfiehlt. Man müsse dorthin, so der Ur-Chemnitzer, weil uns manche für diese ausgesprochen schöne, innerstädtische Kulturlandschaft beneiden würden. Der Schlossteich, am Fuße des Schlossbergs gelegen, auf dem heute die Chemnitzer Schlosskirche weithin sichtbar thront, ist ein Stück städtischer Urgeschichte und wurde angelegt von Benediktiner-Mönchen des angesiedelten gleichkonfessionellen Klosters. Ein Fischteich ist er gewesen, diente einst der Ernährung und der Wirtschaftlichkeit des Klosters und seiner Bewohner. Im Heute erobert einmal im Jahr das sehr charmant-junge Musikfestival Fuego a la isla die Insel mitten im Teich und ansonsten die Chemnitzer und ihre Gäste seine Ufer.

Museum für sächsische Fahrzeuge an der „Museumsmeile“

Es lässt sich auch zu Fuß von der Innenstadt aus erreichen, das Fahrzeug-Museum an der Zwickauer Straße, die manche leicht euphemistisch auch Museumsmeile nennen. Aber warum sollte man nicht auch die modernen Chemnitzer Škoda-Straßenbahnen nutzen, die mit großartig stiller Eleganz durch die Stadt rollen. Uwe Dziuballa empfiehlt das Museum nicht ausschließlich wegen seiner mobilen Exponate. Vielmehr stecke hier auch der Spirit eines Fritz-Theaters bei den Machern des Museums: „Da ist soviel
Enthusiasmus bei den Betreibern, die nicht nur erhalten wollen. Das ist toll und von viel professionellem Engagement geprägt“, gerät der Gastronom ins Schwärmen.

Areal an der Pelzmühle

Isabelle freut sich indes über die Entwicklung der Pelzmühle. Dieses Areal im Stadtteil Rabenstein habe sich toll entwickelt und gerade mit Kindern sei das immer einen Ausflug wert. Ein schöner Spielplatz sei entstanden und wenn man an einem Samstag dahin käme, entstünde schnell der Eindruck, hier sei der Nabel der Welt. So viele Chemnitzer nutzen mit ihrem Nachwuchs oder auch zum Entspannen dieses Gelände am nahen Tierpark mit dem gleichnamig schönen Teich, eingebettet in einen hübschen kleinen Park.

Restaurant Janssen

Einen Bummel ausklingen lassen sollte man im Restaurant Janssen, so Uwe Dziuballa. Allein schon wegen der Terrasse, die, sei sie eines Tages nicht mehr da, sich vor seinem Restaurant befände, erklärt er schmunzelnd. Nach einer langen Tour durch die Stadt könne man hier köstlich entspannen und angeregt genießen und mit einem gut gemachten Kaffee einen sich selbst erfüllenden Entdecker-Streifzug durch die Stadt abschließen.

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